Experiment: Deleted Domain reanimieren

Heute gibt es hier ein klitzekleines Experiment mit einer gelöschten Domain, die ich aufgestöbert habe. Ziel ist es, diese Domain wieder marktfähig zu machen (nicht, sie zum Ranken für irgendwelche Keywords zu bringen), da sie nach einer ersten Inaugenscheinnahme schöne Backlinks besitzt.

Zumindest zeigte mir der Backlink-Checker von backlinktest.com, den ich für den schnellen Zwischendurch-Test gern benutze, 6 Links an, von denen einer von zdnet.de gesetzt wurde.

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Der Freizeit-Domainsnapper hört wahrscheinlich an dieser Stelle auf. 6 Backlinks sind ein wenig mager, der Pagerank der linkgebenden Seiten ist auch kein Brüller und die Domain selber hat auch nur einen “Zweier”. (PR ist egal? Ja sicher, aber nicht,wenn du eine Domain verkaufen möchtest… )

Mich machte allerdings der zdnet-Link neugierig. So eine Seite verlinkt nicht mal einfach so, also folgte ich dem angezeigten Link und kam zu einer Story, an die ich mich selbst auch noch recht gut erinnern kann:

2006 kam der Provider ARCOR auf die glamouröse Idee, das teutonische Internet von Schmuddelseiten zu befreien und sperrte kurzerhand die Durchleitung von youporn und Kollegen in seinem Netz. Völlig neu war den Verantwortlichen damals offenbar, dass auf einem Server beim Hoster durchaus mehrere Internetpräsenzen liegen können, die dann kurzerhand mitgesperrt werden (und auch wurden), wenn man die IP des ganzen Servers blockiert.
Dieser Dschihad (jetzt crawlt die NSA endlich katzenkacke) gegen die Unzucht im Netz schlug natürlich Wellen und die URLs der Kolateralschäden wanderten durch die Nachrichten.

Meine Folgerung daraus: Es müssen noch ganz andere Backlinks existieren – wir nehmen einen anderen Checker. Meine Wahl fiel auf ahrefs.com, von dem ich weiß, dass er recht gründlich zu Werke geht. Allerdings ist das Tool kostenpflichtig und bringt im Demo-Modus nur einen Teil der Links ans Tageslicht. Aber was sahen meine trüben Augen?

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Da waren ja richtige Schwergewichte dabei… Hab ich hier einen Rohdiamanten?

Da ich wirklich nur ein Hobby-Domainer bin, kommt eine Bezahlvariante eines Backlink-Checkers nicht in Frage – bleibt also nur eine Möglichkeit: Wir suchen manuell in unser aller Suchmaschine. Und werden fündig.

Zu den Links von zdnet, Spiegel, tomshardware und golem gesellten sich noch heise, winboard und andere Webseiten. Die Freude war groß und die Domain schnell durch mich konnektiert. Denn wenn auch angeblich der Page Rank keine Rolle mehr spielt, ist doch der “Trust” einer Seite eine wichtige (naja, für SEOs) Kenngröße für den Wert einer Seite bzw. Domain. Und dieser “Trust” entsteht, wenn andere Seiten mit ihrerseits viel “Trust” einen Link setzen.

Trust heißt Vertrauen – man meint also, dass Google Seiten nach ihrer Vertrauenswürdigkeit beurteilt und das wiederum Einfluß auf die Position im Suchergebnis nimmt. Und vertrauenswürdig aus Suchmaschinensicht sind die großen und seriösen Webseiten und Newsportale. Sagt man. Glaube ich sogar.

Soweit die Vorgeschichte. Jetzt geht es darum, die Domain wieder marktfähig zu machen, sprich interessant für einen möglichen Käufer.

Es gibt vielerlei Gründe, eine “Gebraucht-Domain” zu erwerben. Sei es der Name, den man schon immer gesucht hat oder eine gewisse Popularität, sei es ein bestimmtes Keyword oder – und den Fall betrachten wir hier, ein bestimmtes Backlinkprofil. Auch bei letzterem gibt es verschiedene Beweggründe: Manche möchten Backlinks zu einem bestimmten Thema, manchen geht es nur um die Anzahl und manchen geht es um den “Trust”. Hier sehe ich meine Zielgruppe.

Was aber, wenn der interessierte Käuer den “falschen” Backlink-Checker nutzt und so wie ich im ersten Anlauf nur einen kleinen Teil der Links angezeigt bekommt, weil die anderen Backlinks irgendwo in den ruhenden Tiefen des WWW vergraben sind? Dann sinkt vielleicht sein Interesse. Darum lautet die Aufgabe, die “Geheimlinks” auch in backlinktest.com wieder sichtbar zu machen, denn diese Seite erfreut sich einer hohen Popularität. Aber wie stellt man das an?

Meine Vermutung ist, dass die entsprechenden Links gefunden werden, wenn die verschiedenen Crawler der Suchanbieter Google, Yahoo, Bing etc. dazu animiert werden, nach langer Zeit mal wieder auf den linkgebenden Seiten vorbeizuschauen. Und wie bringt man sie dorthin? Genau. Durch Links…

Also gilt es, die verschiedenen Seiten aktiv und dofollow anzulinken und zwar von Seiten, die derzeit aktiv gepflegt werden und auf denen die Crawler deshalb des Öfternen nach Neuigkeiten suchen.

Eine andere Möglichkeit ist es, die eigentlich für Blogs vorgesehenen Ping-Dienste zu nutzen, die dann ihrerseits bei den Suchmaschinen Bescheid geben, dass sie mal vorbeischauen sollten.

Eine dritte Möglichkeit zeigte mir ein User im Abakus-Forum, der berichtete, dass die Nutzung eines URL-Verkürzungs-Dienstes die von mir angestrebten Sichbarkeitsergebnisse der Backlinks zeitigte.

An dieser Stelle beginnt das Experiment.

Die Grafik ganz oben zeigt den Sichtbarkeitszustand am heutigen 10.07.2014 auf backlinktest.com

Ziel ist, die angezeigten Links wenigstens auf 20 zu erweitern. 23 verlinkende Domains habe ich insgesamt gefunden.

Zur Vorbereitung suchte ich in der “waybackmachine” nach den früheren Inhalten der Seite und stellte eine kleine index.html ins Netz, damit die wertvollen Backlinks nicht länger ins leere zeigen und dann mache ich mich an die Reanimation:

In erster Instanz nutze ich also Pingdienste, um die schlummernden Backlinks zu wecken.
Ich nutze pingomatic.com und twingly.com, die ich über den Tag verteilt, mit den gefundenen Backlink-Seiten füttere. Dazu die URL-Verkürzer-Veriante und einige Direktverlinkungen, die sich aber über mehrere Tage hinziehen.

Wir halten fest:

10.07.2014 – Pingen von 23 linkgebenden URLs

10.07.2014 – Verkürzen der 23 linkgebenden URLs mittles bit.ly und pingen meines Nutzerprofils

10.07.2014 – Verlinken meines bit.ly-Profiles

10.07.2014 – Setzen von Direktlinks mit ein wenig Kontext (6 von 23)

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11.07.2014 – Setzen weiterer 6 Direktlinks auf die Linkgeber, jetzt 12 von 23

——- Wird fortgesetzt ——-

Stay Tuned.

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