Arbeitsmarktprojekt mit PFIFF

Kaum ist Mr. Katzenkacke wieder aus der Versenkung gekommen, gibts auch einen neuen Beitrag – heute stell ich Euch mal ein Projekt vor, das sich angenehm von den üblichen Online-Stellenbörsen unterscheidet. Aus der Taufe gehoben wurde das ganze schon 2008, geboren aus der Einsicht, dass die stetige Abwanderung von Fachkräften aus Sachsen-Anhalt auf Dauer keine Lösung sein kann.

Nun habe ich lange genug als Arbeitsvermittler in Sachsen-Anhalt gearbeitet, um zu wissen, dass die öffentliche Wahrnehmung von Arbeitsmöglichkeiten in diesem Bundesland an vielen Stellen nicht über Produktionshelfer und Call Center Agents hinausgeht. Da ist ja in Teilen auch etwas Wahres dran, die Jobbörse des Arbeitsamtes in Relation mit Halle oder Magdeburg als Region beispielsweise bei Stepstone spricht da Bände.
Doch dieses offensichtliche Bild ist ein erster Eindruck, der kräftig täuscht, denn wer “was Ordentliches” gelernt hat, findet auch in Sachsen-Anhalt sein Auskommen. Man muß nur manchmal ein wenig über den Tellerrand der eigenen Vorurteile schauen.

Genau an dieser Stelle kommt das Projekt PFIFF ins Spiel. Erklärtes Ziel des Projektes ist es, gut ausgebildete Fachkräfte vom Abwandern abzuhalten, heimkehrwilligen Ex-Anhaltinern eine Perspektive zu bieten und Weitpendlern Möglichkeiten aufzuzeigen, mit kurzen Arbeitswegen in der Heimat die Brötchen zu verdienen.

Jobsuche ist heutzutage Internetrecherche, und darum ist das zuerst öffentlich wahrnehmbare Aushängeschild die regionale Jobbörse, gefüllt mit Stellenanzeigen explizit für Fach- und Führungskräfte, ohne Zeitarbeit, ohne Angebote privater Vermittler, ohne Niedriglohn-, 400-Euro- oder Helferjobs. Im Vergleich zur Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit ein deutliches Plus an Übersichtlichkeit.

Daneben existiert die Bewerberdatenbank, wo sich Fachkräfte detailliert eintragen können, um sich den suchenden Unternehmen zu empfehlen. Natürlich anonymisiert. Unabhängig von Personalberatern, Vermittlungsgutscheinen, egal ob in Arbeit, Absolvent oder arbeitslos.

Soweit ist das Ganze schon recht praktisch, aber noch kein wirklicher Clou – der Mehrwert ist ein wenig versteckt: Für jede Region gibt es sogenannte Regionalberater, Menschen aus Fleisch und Blut, die sich kostenfrei darum kümmern, Bewerber und Betrieb zusammenzuführen. Ziel ist dabei nicht zwingend die schnelle Vermittlung, sondern das Begleiten im Prozeß. Zurück nach Sachsen-Anhalt ziehen ist schließlich nicht nur eine Frage der Arbeitsstelle, da hängen noch ganz andere Befindlichkeiten dran, Wohnraum zum Beispiel oder KiTa-Plätze und Schulen für die Kiddies… An solchen Stolpersteinen schalten sich auf Wunsch die Regionalberater ein und helfen, ebendiese Fakten geregelt zu bekommen. Gute Sache, oder?

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2 thoughts on “Arbeitsmarktprojekt mit PFIFF

  1. Hallo viele Grüße nach Sachsen-Anhalt. Ich finde den Beitrag sehr gut. Auch gut finde ich die Aussage eine ehemaligen Arbeitsvermittler. Du kennst ja das Geschäft und den Markt.
    Also Gruß aus Köln von einem ehemaligen Sachsen. Mich zieht es aber immer wieder nach Dresden.
    Ich hoffe das ich irgendwann mal wieder dort wohnen werde. Michael

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