Die Deutschen und die Juden… Grasser gehts nicht…

Oh je, da hab ich doch schon beim Schreiben der Überschrift dieses anerzogene Gefühl verspürt… Die Deutschen… waren das nicht die, die in martialischer Frakturschrift Plakate druckten und fremde Länder überfallen?… Und die Juden? Das waren doch die vielen Millionen unschuldig umgebrachten Menschen… Nee, bevor hier jetzt jemand denkt, ich ziehe gegen die Geschichte zu Felde, keine Angst, so etwas geht gar nicht. Die Deutschen waren schuldig. Punkt. Und die Juden waren (unter anderem) ihre millionenfachen Opfer. Punkt. Da gibt es nichts schönzukritteln, das war unter aller Sau, was damals geschehen ist und darf auf keinen Fall vergessen werden. Punkt. Ausrufezeichen!

Aber was mir ganz gewaltig auf die Nüsse geht, ist die Tatsache, daß wir immer und immer wieder unsere Kollektivschuld vor Augen geführt bekommen. Die Deutschen sind Nazis. Immer. So. Und wenn einem von ihnen etwas an den Juden nicht paßt, vielleicht weil die grad mal wieder Scheiße bauen im Staate Israel, dann wird die Antisemitismuskeule aus der Versenkung geholt. Wer Juden kritisiert, ist ein unbelehrbarer Rassist. Und wer das auch noch berechtigt tut, der wird von den Betroffenen zur Persona non Grada erklärt. Und die kollektivschuldgebeugte deutsche Prominenz und Medienlandschaft schlägt auf den Verkünder der Wahrheit kräftig drauf, um ihrer kollektivschuldgebeugten Daseinsauffassung gerecht zu werden und den deutschen Michel wieder an seine Kollektivschuld zu erinnern. Mann, das nervt so gewaltig. ICH habe es mir nicht ausgesucht, hier geboren zu sein. Es gibt sicher so ein paar Pfosten, die sind “stolz, Deutscher zu sein” – im Normalfall ohne einen nennenswerten Beitrag für ihr Land geleistet zu haben. Trotzdem habe ICH es mir nicht ausgesucht. Meine Nachbarin auch nicht und der Staubsaugervertreter vom letzten Samstag hat es sich auch nicht ausgesucht. Aber wir sind ewig schuldig und dürfen die Stimme nicht öffentlich gegen die Politik Israels erheben… Leute, Leute… mein Opa ist im Krieg gefallen, als wehrpflichtiges Kanonenfutter, mein Vater und meine Mutter waren Kleinkinder, die haben den Juden nichts angetan, sondern waren mit Hungern und im Bunker hocken beschäftigt. Und ich kenne das dritte Reich nur aus den Geschichtsbüchern. Was genau ist nun mein Teil an der ewig zelebrierten Kollektivschuld?

Was das mit Grass zu tun hat? Er hat es nach meiner Interpretation (ich hab ihn nicht gefragt, so berühmte Menschen treff ich eher selten beim Bäcker) genauso satt – dieses ständig vorgeschriebene Buckeln vor der Vergangenheit und die seltsame Verpflichtung des deutschen Volkes (deren letzte “Schuldige” in Pflegeheimen vor sich hinsabbern) jaaaaaa nichts gegen einen Juden (darf man überhaupt noch Jude sagen??? Oder heißt das jetzt Mitbürger jüdischen Glaubens?) zu sagen oder einen Atomwaffenstaat wie Israel mal beim Namen zu nennen und an SEINE Verantwortung zu erinnern.

So. Bevor ICH jetzt die Antisemitsmuskeule drüber bekomme: Ich achte und respektiere Menschen jeglicher Religion – wenn sie die anderen Menschen achten. Ich begehe auch nicht den Fehler, die Bürger Israels oder die jüdischen Gläubigen irgendwosonst in der Welt mit der Politik von Tel Aviv gleichzusetzen (es reicht ja, wenn wir Deutschen uns ewig und drei Tage mit der Politik eines verkappten Österreichers und seiner kopfkranken Clique gleichsetzen lassen müssen). Was ich sagen will: Berlin und Tel Aviv sind Freunde. Und unter Freunden muß man auch mal die Wahrheit auf den Tisch bringen dürfen. Und wenn das unsere kollektivschuldbelasteten Volksvertreter nicht auf die Reihe bekommen, dann bin ich heilfroh, daß aus der freidenkenden und kreativen Ecke mal einer den Nagel auf den Kopf trifft.

Worum es ging? Das hier:
Günter Grass: Was gesagt werden muß

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Für wie bescheuert haltet ihr eigentlich Google?

Jetzt mal im Ernst… Ich bin ja selber so ein kleiner Hobby-SEO. Aber ich muß mich doch immer wieder sehr wundern, welche Strategien zum besseren Ranking in den SERPs in den einschlägigen Treffpunkten so diskutiert und verkauft werden. Vollkommen egal, ob das nun irgendwelche besonderen Linkpositionen auf einer Seite sind, spezielle Title-Tags, High-PR-Blog-Comments, “themenrelevante” Beiträge in sinnlosen Satellitenblogs und all der andere Voodoo. Das ist doch alles Katzenkacke! – um mal beim Titel meines Blogs zu bleiben. Ich bin Freizeit-SEO und das kann ich mir leisten, weil ich mit meinen Keys lokal auf Platz 1 bin und mit meinem Offline-Unternehmen auch nur lokal Geld verdiene. Die Optimierungsgeschichten mache ich eher aus Neugier und Spaß an der Freude. Aber was für Tricks habe ich als Nicht-Wirklich-Profi alles schon gelesen: Backlinks aus Kommentaren, aus Forenprofilen (Huhu, Angela… Deine Copycats nerven mich mit meinem Motorradforum nur sinnlos), aus Whois-Seiten oder über Linktauschcommunities im weitesten Sinne. Gov-Backlinks aus Suchanfragen und Edu-Backlinks aus verschimmelten Wikis, die keiner mehr pflegt. Satellitenblogs, Artikelverzeichnisse und Webkataloge, die keine Sau benutzt, um etwas zu finden… ganz ehrlich – ich kenne den ganzen Zinnober. Ich spiel auch mal damit rum und hole mir seit neuestem PR7 dofollow-Backlinks aus öffentlichen Zeitschriftenseiten (na, neidisch?), tausche Links und baue Backlinkpyramiden. Auch ein Linkwheel und ein Autoblog hab ich spaßeshalber aufgesetzt, habe Keyword-Domains und sogar noch funktionierende Doorway-Pages. Allerdings ist das für mich eher Zeitvertreib, den eine Frage bleibt:

Wenn *ich* alle diese Kniffe als Freizeit-SEO kenne und ohne Probleme einsetzten kann – Glaubt Ihr SEOs da draußen wirklich, Google kennt das Zeug nicht? Die haben weit mehr Angestellte, die sie einsetzten können, um Beschiß zu entdecken, als ich (ok, ich hab im Moment nur noch eine, aber die macht offline einen Spitzenjob).

Meine Meinung ist: Die lachen sich kaputt über den ganzen Unfug und setzen kurzerhand irgendwo einen Haken. Das einzige Manko mag vielleicht die Größe des WWW sein, so daß manche Strukturen erst spät entdeckt werden. Aber hey – da wo hilfsweise ich auf so lala funktionierende öffentliche Backlinkchecker zugreife, hat Google eigene Datacenter – ich glaube – nein ich bin davon überzeugt – die lachen sich Tod und scheißen uns eins. So isses.

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Linkgeiz 2.0 oder Linktausch kotzt mich an…

Über den Linkgeiz in Deutschland haben ja bereits einige Blogger-Kollegen geschrieben. Ich sag mal so: Natürlich verstehe ich, wenn jemand seine Firmenwebseite nicht für irgendwelche Links zu Pokerspielen oder Stromtarifvergleichen mißbrauchen lassen will – ein Punkt, wo ich mit dem Linkgeiz völlig einverstanden bin – aber wo linkt man dann wild in der Gegend herum, um ein paar ‘a hrefs’ zu fangen? Der Trend geht ja seit einger Zeit zu den sogenannten Linkpyramiden. Das heißt, man hat meinetwegen einen dreistufigen Linkaufbau: ganz oben steht die sogenannte Money-Site. Das muß jetzt nicht zwingend die Webseite sein, die online Geld generiert (z.B. mit Adsense) – obwohl es oft so ist – nein, es kann auch die eigene Firmenseite sein, mit der man offline seine Kohle verdient, indem man Kunden im Real Life damit ködert.

Auf der zweiten Ebene liegen dann oft und gern sogenannte Satellitenseiten, also themenverwandt erstellte Internetseiten, bei denen es nicht zwingend auf die Sichtbarkeit in den SERPs ankommt, sondern, eher darauf, daß sie den mit ihnen verbundenen Moneysites ein wenig Power geben, indem sie auf selbige linken.

Wer möchte, kann unterhalb dieser Ebene noch eine Schicht Seiten einziehen, die weitere Links zu den Satelliten bereitstellt. Da jedoch einen Link, auch ein kostenloser, stets mit zumindest kalkulatorischen Kosten einhergeht, sparen die meisten Pyramiden-Spieler in den untersten Ebenen zurecht mit Qualität. Das heißt, die 2. und 3. Ebene der beschriebenen Linkpyramide wird zumeist mit leicht zu erhaschenden Backlinks befeuert. Seien es Blogkommentare (anstrengend) oder SEO-Tools (easy, nicht immer billig) – auf Seiten dort unten linken im Endeffekt viele, aber schrottige Links hin.

Hier kommt jetzt das Bild mit der Glühbirne: BING! Also hatte ich, der ich ebenfalls bissel Schrott im Portfolio habe, um meine Money-Site mit Linkpower zu versorgen (wer linkt schon freiwillig themenrelevant zu einer Firma…?) die geniale Idee: Suche Dir keine Linkpartner für die Firmenseite, die kriegste eh kaum – Such lieber Linkpartner für die Unterstützungsseiten.

OK, diese Idee ist alt, jeder, der schonmal über ein öffentliches Forum Linkpartner gesucht hat, dürfte bereits erlebt haben, daß man für Links von der eigenen Hauptseite im Gegenzug Links von fremden Satelliten angeboten bekommt. (Schämt Euch, ihr Betrüger-”SEO”s.) Also, wenn andere die Idee schon praktizieren – warum dann nicht ein wenig Fairness einbauen und die Idee relaunchen?. Ergo startete ich folgendes Experiment:

In der Linktauschkategorie eines Webmasterforums bat ich um Linktausch von und zu drittklassigen Linkgeber- und Satellitenpages. Im Grunde ging es mir darum, dem Schrott, der sich bei vielen Webmastern so ansammelt, ein wenig Gewicht bei Tante G zu geben, indem auch mal andere Links darauf zeigen, als Angela-Forenspam oder drittklassige “Nice-Blog”-Kommentare aus der Spam-Software.

WAS FÜR EINE BRUCHLANDUNG…. Linkgeiz 2.0 heißt: Linkgeiz in der 2. Ebene mit 0 Ahnung…

Natürlich gingen kurz nach Veröffentlichung meines Ansinnens die ersten Zuschriften ein. Und natürlich gingen die ersten gleich mal auf Dummenfang und boten mir PR6 oder PR4-Domains mit 0 Backlinks als Tauschplätze an. Haha.. noch konnte ich lachen.

Dann kamen die ersten Listen mit Tauschdomains. So wie ich es in der Anzeige gefordert hatte, waren es nahezu ausnahmslos extrem schrottige Satelliten, teilweise angeschimmelte MFA-Seiten. Erfreut sendete ich meine Liste von Tauschmöglichekeiten:

Klar, 2 neue Freeblogs waren dabei, eines als Autoblog täglich mehrmals neu mit Content versorgt (na und? Ranken Zeitungen etwa nicht, obwohl die News nur einmal herausgegeben werden und jede Zeitung sie verwurstet), doch der Rest waren relativ alte und mittelalte Geschichten, meine älteste URL ist von 1995 und da ist ein Forum drauf projektiert, welches immernoch genutzt wird. Dann noch ein stark frequentiertes Motorradforum (Alter: 12 Jahre) und einige andere Sachen.

Wahhh. Und jetzt krochen die Linkgeizler aus ihren Löchern. Der erste meinte, ich hätte nur Scheißblogs und alles(!) wäre Duplicate Content – ok, das erwähnte Autoblog schon, aber der Rest ist ausnahmslos unique und von mir… was für ein Experte… Der zweite bot mir drei völlig gleich aussehende Baukastenblogs mit unterschiedlichen Überschriften an – super, ich wollte ja Schrott linken – also sendete ich ihm meine Liste. Die Antwort: Er wolle lieber mit hochwertigen (SIC!) Seiten tauschen. OK, denk ich mir, laß es. Und das schrieb ich ihm auch – prompt fing er an zu betteln, doch noch LT zu machen. Nix da. Wenn ich beleidigt werde, dann bleib ich es auch!

Der nächste Kandidat wollte, daß ich auf seiner mistigen Satellitenseite unique Artikel veröffentliche, wo ich dann nen Backlink einbauen dürfte – Argh! Junge, ich hab nen Stundensatz von 104 Euro, glaubst Du ich schreibe für ein Mistblog ne halbe Stunde an einem Artikel, um dann auf die nächsten 10 Jahre einen nie indexierten Link zu bekommen…?

Alles in allem haben die meisten (nicht alle!) potentiellen Linkpartner überhaupt nicht kapiert, was die Aktion eigentlich sollte, nämlich die 2. oder 3. Linkebene der eigenen Pyramiden zu stärken. Es half auch nichts, daß ich genau das in die Anzeige geschrieben habe… Selbst bei unwichtigen Satelliten geiern die deutschen Webmaster (und jene, die sich so bezeichnen) nach Pagerank und langen themenrelevanten Artikeln, die man natürlich selber zu schreiben hat. Wozu? Wollt ihr mit Euren Sats die eigenen Moneysites überholen?

Nun, es war ein Versuch – doch er ist gescheitert. Also pingt weiter planlos Eure Satelliten, tragt sie in 100000000-Seiten-Submitter ein oder versucht sie unbedarften Hobbywebmastern als Linkgelegenheit unterzujubeln. Ich hab meine Rückschlüsse mit einem süffisanten Grinsen im Gesicht gezogen. :]

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