Vermittlungsgutscheine ab dem ersten Tag?

Zugegeben, das Verhältnis der Arbeitssuchenden zum Vermittlungsgutschein war auch schon mal ein besseres. Allerdings nicht, weil es dieses im Kern sehr effektive arbeitsmarktpolitische Instrument gibt, sondern weil ein großer, ein sehr großer Teil der Arbeitslosen von Staats wegen überhaupt keinen Zugriff auf das Papier bekommt. Aus den Gestaltungsfehlern in den Anfangstagen 2002, die zugegebenermaßen für unredliche Zeitgenossen eine Lizenz zum Gelddrucken darstellte, wurde ein überreglementiertes Verfahren, daß eine erhebliche Anzahl Jobsuchender von vornherein von der Vermittlung durch private Arbeitsvermittler ausschließt.

Neben allen anderen Zusammenschlüssen privater Arbeitsvermittler tat sich in der Vergangenheit und Gegenwart insbesondere der mitgliederstärkste Verband “Ring der Arbeitsvermittler e.V,” darin hervor, bei Politik und Bundesagentur gegen die ständige Verschärfung der Zugangsregeln (von denen kreative Agenturen und ARGEN auch gern mal schnell eigene erfinden) zu intervenieren.

Nun, die Arbeit scheint Früchte zu tragen, denn wie der Bundesvorstand des RdA veröffentlichte, ist eine Erleichterung des Zuganges zum VGS im neuen Koalitionsvertrag festgeschrieben:

Zitat: “Die Koalition wird deshalb Voraussetzungen dafür schaffen, dass neue Lösungsansätze wie z. B. die „Bürgerarbeit“ oder marktgerecht ausgestaltete Vermittlungsgutscheine ab Beginn der Arbeitslosigkeit erprobt werden können.”

Damit entfallen die sinnlosen Wartefristen, denen sich ein Arbeitssuchender unterwerfen mußte, um nach Eintritt der Arbeitslosigkeit überhaupt in den Genuß eines Gutscheines zu kommen. Ursprünglich wurde die Wartefrist (derzeit 2 Monate) eingeführt, um der Bundesagentur bei der Vermittlung einen Wettbewerbsvorteil zu bieten, indem sie exklusiven Zugriff auf die sogenannten Marktkunden, die leicht vermittelbaren Kurzzeitarbeitslosen bekommt.

Bleibt zu hoffen, daß die neue Regelung bald umgesetzt wird, in Zeiten von Riesenpleiten ala Quelle ist ein sofortiger Zugang der Betroffenen zur privaten Arbeitsvermittlung mit Sicherheit effektiver, als die Installation von Arbeitslosigkeitverwaltungsaußenstellen in vewaisten Lagerhallen.

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Wer hätte das gedacht? Auto-Absatz bricht ein.

Das ist ja mal eine völlig unerwartete Nachricht – nach Auslaufen der Abwrackprämie bricht der Umsatz mit kleinen Autos zusammen. So meldet es die Zeitung mit den vier großen Buchstaben heute morgen und ausnahmsweise mache ich mir über die Glaubwürdigkeit dieser Meldung trotz des Herausgebers keinerlei Sorgen. Das war doch logischer, als das Amen in der Kirche und wer sich jetzt erschrocken hinstellt und vielleicht sogar weitere Hilfen anfordert, sollte vielleicht mal auf seinem Konto nachschauen, ob die Gewinne aus dem Zusatzgeschäft “Abwrackprämie” nicht noch irgendwo herumoxydieren zum Zwecke des Überdauerns absehbarer schlechter Zeiten. Und wer die kommenden absatzschwachen Zeiten nicht vorhergesehen hat, der hat seinen Beruf als Unternehmer verfehlt.

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Verrat am Wähler – schwarz-rot in Thüringen?

Es ist ein weiterer Sargnagel für die SPD in Deutschland. Die thüringischen Sozialdemokraten favorisieren eine Große Koalition – eine Koalition, die mindestens mehr als die Hälfte der Thüringer Wähler gerade nicht wollte. Und das auch nur, wenn man den Wählern von CDU und FDP unterstellt, für eine CDU/SPD-Regierung zu sein, was ja wohl mehr als utopisch sein dürfte. Man darf also annehmen, daß der Großteil der Wähler in Thüringen *keine* Große Koalition will.

Der Haß Matschies auf die linke Konkurrenz, die ihn in der Wählergunst uralt aussehen ließ, scheint tief zu sitzen. Der Wählerwille in Thüringen besagt, daß die konsvervatien Parteien künftig in die Opposition gehören sollen – aber einem Matschie ist das wohl egal – wenn er nicht regieren kann, soll es auch kein Linker tun, eine andere Intention, als der Trotz eines Dreikäsehochs ist bei der Entscheidung, eine Koalition mit der CDU zu förden, nicht erkennbar.

Und da wundert sich die SPD, wenn ihr die Wähler fernbleiben? Warum soll ein Thüringer noch SPD wählen, wenn seine Wahlerwartungen im Appendix einer CDU-dominierten Koalition sowieso hinten runter fallen werden? Matschies Dickkopf wird der ohnehin sinkenden Popularität der Sozialdemokraten wohl einen weiteren Bärendienst erweisen.

Quelle und weiterführende Infos hier.

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