Tigerenten und lange Gesichter – Wahlnachlese

So, nun ist es also amtlich, die große Kuschel- und Scharchveranstaltung ist zu Ende, die SPD stürzt ins Bodenlose und beweist ihre momentane politische Überflüssigkeit nun auch amtlich, während Trittin, Westerwelle und Lafontaine dankbar die hinterhergeworfenen Wähler einsammeln. Soweit das Gesamtbild – da aber Opposition stinkt (vor allem ehemaligen Regierungsparteien, hehe), schauen wir nach vorn, was uns da geboten wird: Schwarz-Gelb: Das erinnert an die längst vergessene Zeit der der Genscherwitze (Begegnen sich zwei Flugzeuge, in beiden sitzt der Genscher, ha, ha) aber auch an das tatkräftige Versagen der Kohlregierung, was uns schlußendlich den Schrödinger (Hol mir mal ne Flasche Bier) eingebrockt hat.

Nun also wieder eine schwarz-gelbe Koalition und noch am Wahlabend der erste Umfaller von Guido. Befragt, ob er sein Wahlversprechen halten werde, nicht mit der CDU/CSU zu koalieren, wenn der Gesundheitsfonds nicht abgeschafft werde, wand und bog er sich wie ein Aal, um letztendlich die Antwort schuldig zu bleiben. Da fällt mir glatt der nun abgewatschte Münte ein, der es seinerzeit unfair fand, nach der Wahl am Wahrheitsgehalt seiner Wahlversprechen gemessen zu werden. Ja nee, is klar. Vielleicht kriegt er ja jetzt nen neuen Job als PR-Berater für Guido…

Ich bin, gerade als FDP-Wähler, jedenfalls sehr gespannt, was eine “starke FDP” nach den Koalitionsverhandlungen noch übrig behält vom hehren Wahlprogramm. Schaun mer mal.

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Erinnern Sie sich? Heute sind Wahlen!

Nein, hier folgt jetzt kein hochintelligenter und journalistisch wertvoller Beitrag über die Wahl und Ihre Mechanismen. Nur eine kurze Erinnerung an alle, die mit Argumentationshilfen, wie

‘die da oben machen eh was sie wollen’
‘die wollen nur unser Geld’
‘wenn Wahlen was ändern würden, wären sie verboten’

und ähnlichen Stammtischgejammer Ihre eigene Faulheit kaschieren wollen. Die Faulheit, sich Gedanken um die politische Zukunft des Landes zu machen oder die Faulheit, den Arsch aus der Furzmulle zu bewegen – das ist dabei einerlei. Aber denkt daran:

Nur wer wählen geht, darf hinterher auch meckern!

Und jetzt raus aus den Federn und Kreuze gemacht. Einen halben Tag ist noch Zeit.

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Die FDP zeigt Rückgrat. Noch?

Es wird ja in der Diskussion um Parteien gern gewitzelt über Guido und seine Truppe. Spaßpartei, Umfaller, Partei der Besserverdiener (das größte Eigentor in der Geschichte des Parteienmarketings). Trotzdem, in der Gruppenschlaftherapie der volksparteilichen Wahlkampfgladiatoren tut sich Guido mit seinem Gefolge als angenehm offen formulierender Teilnehmer mit klaren Ansagen und logischen Gedankengängen hervor. Ich gebe zu, ich gehöre ohnehin zur gelben Stammwählerschaft, aber diesesmal hab ich zum ersten mal auch Westerwelles Wahlkampfmethode gutheißen können. Argumentativ ist der Parteichef in Höchstform.

Heute nun Parteitag und der Beschluß, die Ampel auszuschließen. Das dürfte nicht sonderlich schwer gefallen sein, zu antagonistisch sind die Positionen im Vergleich zu beispielsweise den Grünen. Eine Koalition wäre hier, sollte sie denn theoretisch zustande kommen, entweder handlungsunfähig oder ratfatz wieder aufgelöst. Also dürfte der Spruch, sich nicht als Mehrheitsbeschaffer für Rot-Grün herzugeben, keine schwierige Übung gewesen sein.

Bleibt die Frage, was passiert dann. Möglichkeit A ist die Opposition in einer Rotgrünen Regierung. Das wäre bequem und es ließe sich mit gespitzter Zunge weiterformulieren, was eignetlich besser für unser Land sei.

Möglichkeit B ist die Opposition zum Rotschwarzen Bund. Nun, das kennen wir bereits. Nur piesackt man die Regierenden nicht soo dolle, den einen braucht man schließlich noch.

Möglichkeit C ist die Regierungsbeteiligung. Das ist schließlich der Sinn einer Wahl. Aber auch als FDP-Anhänger stellt sich mir hier die bange Frage: Was von den liberalen Positionen fällt dem Koalitionsvertrag zum Opfer. Juniorpartner bleibt schließlich Juniorpartner. Noch tönt Herr Westerwelle, daß es ihm zunächst mal nur um seine eigene Partei und deren Programmatik geht – einverstanden – aber was nach der Wahl? Eine sozialdemokratisierte CDU von 2009 hat sicher ein paar grundlegend andere Ansichten, als der reinrassig schwarze Block seinerzeit unter Kohl. Das wird nicht leicht. Ganz bestimmt nicht. Und genau hier muß Westerwelle aufpassen, daß er den argumentativ glaubwürdigen Wahlkampf nicht durch den Willen zur Macht ad absurdum führt und sich und seine Partei um der Regierung willen beschädigt.

Im Moment sieht es so aus, als hätte er die notwendigen Eier in der Hose, einer möglichen Koalition einen gelben Anstrich zu geben, hoffen wir, daß es sich dabei nicht um billige Wasserfarbe handelt.

PS: Was passiert, wenn weder schwarz/gelb noch schwarz/rot noch rot(rot)/grün über die magischen 50% kommen, wird sicher interessant. Schaun mer mal.

BTW: Es ist mir wurscht, was ihr wählt – aber wählt!

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Pagerank-Algorithmus entschlüsselt!

Noch einer aus der Rubrik der Netzfundstücke: Der Pagerank unserer aller Suchmaschine war in frühen Jahren ein wichtiger Faktor für die Berechnung der Position der eigenen Seite in den Suchergebnissen bei eben dieser Suchmaschine. Längst hat auch Google erkannt, daß sich solche Meßgrößen leicht manipulieren lassen, wenn man auch nur in Grundzügen weiß, wie in etwa sie berechnet werden. Beim Pagerank lief es vereinfacht so ab, daß sich der Pagerank der eigenen Seite daraus errechnet, wieviele fremde Seiten mit welchem Pagerank auf einen verlinken und wieviele andere Links zu anderen Seiten diese sonst noch gesetzt haben (kapische?).

Die Einfachheit des PR ist Geschichte, Google macht sich seit langer Zeit schon einen Höllenspaß daraus, mittels willkürlicher Eingriffe in die PR-Vergabe die Webmasterwelt am Nasenring durch die Arena zu schleifen. Fachforen sind voll von Gejammer ala “mein schöner PR 6 ist weg”. Das Problem ist, daß sich zwar der Einfluß des Pagerank auf die (viel wichtigere) Position in den Suchergebnisse marginalisiert hat und er als Meßgröße für die Qualität einer Seite absolut obsolet ist, die Menschheit jedoch eine gewisse Brain-Elastizität hat und das nicht wahrhaben will. Der PR ist nach wie vor Tauschwährung für Links, will heißen, wenn ich einen Link von einer Webseite auf meine eigene haben möchte, bekomme ich den nicht, wie früher, aus Freundschaft oder Sympathie, sondern nur für eine Gegenleistung. Die heißt Bargeld und zwar expotenziell an die Höhe des PR gekoppelt oder Gegenlink. Und dann auch nur von einer Seite, die mindestens den selben Pagerank hat.

Auch wenn jeder SEO (=Suchmaschinenoptimierer), der sich heuer nicht lächerlich machen will, stets laut und öffentlich betont, wie obsolet und sch…egal der PR ist, so wird Dir niemand einen Link mit hohem PR5+ geben, wenn Du nur PR0 als Gegenlink geben kannst. Das erinnert mich ein wenig an jene, die das ganze Leben ihren Atheismus betonen und auf dem Sterbebett doch lieber nochmal nach dem Pfarrer rufen lassen. Könnt ja dann doch was dran sein sein…

Lange Rede, kurzer Sinn: Die geheimnisvolle Berechnungsgrundlage ist nun endlich entdeckt worden und wurde bei seo-inside.de veröffentlicht. Grundkenntnisse in Programmiersprachen sind von Vorteil, aber die wesentlichen Faktoren erschließen sich auch dem Laien.

(Und wer jetzt bitterböse vom SEO-Inside-Blog zurückkehrt, um sich zu beschweren, dem sei gesagt, daß er den Gag nicht kapiert hat. Der Beitrag im Nachbarblog ist natürlich eine astreine Satire. Im Zeitalter des Witze-Erklären-Müssens schreib ich das lieber mal dazu…)

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Gib mir Deinen Saft…

Hier kommt was unpolitisches. Es gibt in den Weiten des WWW bekanntlich nichts, was es nicht gibt. Heute lief mir in der Linktausch-Rubrik eines SEO-Forums ein Entsafter-Blog über den Weg. Das ist ja zu spannend – ein ganzes Blog (mit Inhalt!) über das apparategestützte Dehydrieren von Früchten. Ehrlich gesagt hab ich zuerst an irgend eine Schweinskramseite gedacht, aber da ging beim Wort ‘entsaften’ wohl wieder die Hormonphantasie mit mir durch. Trotzdem: Zu schön, um es zu verschweigen. Hier der Link.

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ALG 2 auch für Knackis

Am Freitag veröffentlichte das Bundessozialgericht ein Urteil vom 7. Mai 2009, nachdem auch Häftlinge ALG 2 beatragen können, sofern sie mindestens 15 Stunden pro Woche außerhalb des Gefängnisses arbeiten. Entscheidend ist, so der 14. Senat, daß der Gefangene “objektiv in der Lage ist, aus der Anstalt heraus einer Erwerbstätigkeit nachzugehen”.

Geklagt hatte ein Häftling aus der Nähe von Konstanz, dem im Zuge von Vollzugslockerungen die Suche und Aufnahme einer Arbeit außerhalb der Haftanstalt gestattet wurde. Der Gefangene stellte darauf hin Antrag auf ALG 2, den das zuständige Jobcenter mit der Begründung ablehnte, daß sich der Antragsteller seit über 6 Monaten in einer stationären Einrichtung befinde und deshalb nach Gesetz kein ALG-2-Bezug in Frage käme.

Das Bundessozialgericht wiederum entschied anders. Mit Eintreten der Vollzugslockerungen hatte der Häftling die Chance, mindestens 3 Stunden täglich zu arbeiten. Daß er vorher dazu nicht in der Lage war, spiele keine Rolle.

Az B 14 AS 16/08 R

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Keine Immunität mehr für Jörg Tauss

Tauss? Wer ist eigentlich Tauss? Genau, der Bundestagspirat, den man wegen Kinderporno drankriegen möchte. Gerechtfertigt? Tja, da diskutiert das halbe Internet drüber – das Problem am Fall Tauss war aber bislang, daß Ermittlungen zur Wahrheitsfindung am Immunitätsstatus seiner Person scheiterten.

Tauss geriet im Frühjahr wegen Besitzes kinderpornografischen Materials unter Druck.

Tauss sagte der AP, er habe in der Kinderporno-Szene recherchiert. «Als Abgeordneter habe ich so handeln dürfen.» Die Staatsanwaltschaft hatte hingegen früher argumentiert, der Politiker habe keinen dienstlichen Auftrag gehabt und könne sich deshalb nicht darauf berufen. Quelle

Gleich, was herauskommt – mit der Aufhebung seines Immunitätsstatuses ist die Justitz und auch die Öffentlichkeit einen Schritt näher an der Wahrheitsfindung. Die Piratenpartei gibt sich gelassen, es bestehe kein Handlungsbedarf, solang eine Schuld von Jörg Tauss nicht nachgewiesen ist.

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Deutschland ist nicht im Krieg?

Die Meldung ist so widersprüchlich, wie überfällig: Über hundert Tote durch einen von der Bundeswehr initiierten Angriff auf zwei Tanklaster in Afghanistan. Natürlich alles Taliban, sagt die eine Seite, natürlich nicht, die andere.

Zugegeben, wenn die Aufständischen am Hindukusch zwei rollende Benzinbomben klauen, ist Eile geboten, etwas dagegen zu unternehmen. Auch mit einem Luftschlag. Allerdings sollte man damit keine Streitmacht betrauen, die sich in der Vergangenheit schon häufig durch ungenaues Zielen unbeliebt gemacht hat. Sei’s drum – gegen geklaute Tanklaster hab ich auch keine Lösung parat – von daher möchte ich den Einsatz als solchen gar nicht verurteilen, nicht zuletzt, weil mir (und nicht nur mir!) der ganze Hintergrund unbekannt ist.

Die Aktion bewegt mich allerding zu einer anderen Fragestellung:

Zerbombte Laster, Stellungsgefechte, Raketenschläge, tote Kämpfer auf allen Seiten.

Herr Jung, Herr Steinmeier, Frau Merkel: Und wir sind NICHT IM KRIEG? Was muß denn passieren, daß sich unsere Regierung dazu hinreißen läßt, ihre Terminologie der Wahrheit anzupassen?

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Arge darf Hartz-IV-Empfänger nicht in Sippenhaft nehmen

Quelle der folgenden Meldung: Yahoo! Nachrichten.
Celle (ddp.djn). Eine Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft mit einem minderjährigen Kind hat auch dann Anspruch auf Übernahme der vollen Wohnkosten, wenn einem volljährigen Familienmitglied das Arbeitslosengeld II (ALG II) wegen wiederholter Pflichtverletzung komplett gestrichen wurde. Das entschied das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen in einem Eilverfahren (Beschluss vom 8. Juli 2009, AZ: L 6 AS 335/09 B ER).

Damit war der Antrag einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Söhnen erfolgreich. Die von der zuständigen Arbeitsgemeinschaft gegen ihren älteren Sohn verhängte Sanktion hatte zur Folge, dass sie nur noch zwei Drittel der Unterkunftskosten erhielt. Während das Sozialgericht den Antrag auf Zahlung der vollen Unterkunftskosten noch abgelehnt hatte, gab das Landessozialgericht der Beschwerde der Antragsteller statt.

Zwar dürften Leistungen für Unterkunft und Heizung grundsätzlich pro Kopf der Bedarfsgemeinschaft bewilligt werden. Im entschiedenen Fall laufe aber ein Festhalten an diesem Prinzip auf eine “Sippenhaftung” hinaus, da Mutter und minderjähriger Sohn für das Fehlverhalten des volljährigen Sohnes bestraft würden. Die Mutter habe aber das Verhalten ihres älteren Kindes weder rechtlich noch tatsächlich beeinflussen können, betonten die Richter. (Ende Zitat)

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no-nofollow auf deutsch

Die Diskussion um die Sinnhaftigkeit der nofollow-Kennzeichnung von Kommentarlinks in Blogs läuft munter weiter. Inzwischen ist die Einstellung, die hinterlassenen Links der Kommentatoren für Suchmaschinen und hier insbesondrere für Google zu entwerten, auch hier bei blogspot per Default eingestellt und es gibt offiziell auch keinen Knopf, um das zu ändern. Im Internet habe ich einige englischprachige Anleitungen gefunden, die es ermöglichen, auch ein blogspot-Blog auf follow umzustellen. Da ich ein entsprechendes Tutorial in deutscher Sprache nicht finden konnte, habe ich kurzerhand selber eines ins Netz gestellt, um dem Follow-Blogger in spe die Umstellung seines Templates anhand von Screenshots zu erleichtern:

http://www.no-nofollow.info

Ich wünsche gutes Gelingen.

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